Wie ich in der Gewaltprävention arbeite
Gewalt hat viele Formen: Mobbing, körperliche und verbale Gewalt und Gewalt im digitalen Raum. Hier erfährst du genauer, wie die drei Kurse aufgebaut sind und wann welcher passt.
Drei Ebenen der Prävention
In der Fachwelt unterscheidet man drei Ebenen. Meine drei Kurse folgen dieser Einteilung:
- Primäre Prävention richtet sich an alle, bevor etwas passiert ist. → Kurs 1 · Vorbeugen
- Sekundäre Prävention richtet sich an Menschen, die besonders gefährdet sind. In der Fachsprache heißen sie Risikogruppen. → Kurs 2 · Bei besonderen Belastungen
- Tertiäre Prävention setzt an, wenn Gewalt schon passiert ist. Es geht darum, sie aufzuarbeiten und zu verhindern, dass sie sich wiederholt. → Kurs 3 · Nach Vorfällen
Die Kurse lassen sich einzeln oder zusammen buchen, zum Beispiel Kurs 1 für eine ganze Jahrgangsstufe und Kurs 2 für eine Klasse, in der es schon kriselt.

Kurs 1 · Vorbeugen
Was brauchen wir Menschen, um glücklich zu sein? Glücklichsein hängt stark damit zusammen, ob unsere Bedürfnisse erfüllt sind. Und Bedürfnisse sind verschieden. Oft richten wir uns nach anderen und übergehen dabei, was wir selbst brauchen. Dann staut sich etwas an.
Im Kurs fragen sich die Teilnehmenden: Was ist mir wichtig? Wie will ich leben? Welche Stärken habe ich? Was macht mir Freude? Im Spiel lernen sie sich selbst besser kennen und üben, ihre Bedürfnisse auszudrücken, ohne andere zu verletzen. Im Mittelpunkt steht die sozial-emotionale Kompetenz: Gefühle erkennen, benennen und mit ihnen umgehen. Mehr dazu, wie diese Arbeit an sich selbst aussieht, steht bei der Selbsterfahrung.
ab 12 Jahren · ab 5 Personen · 1 × 3 Stunden
Kurs 2 · Bei besonderen Belastungen
Dieser Kurs wird genau auf die Gruppe zugeschnitten. Es gibt zwei Zugänge:
- Auf Menschen bezogen: für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, die schon auffallen, etwa durch Aggression, Schulverweigerung oder Drogenkonsum, oder die in belasteten Familien aufwachsen, zum Beispiel mit Armut oder einer psychischen Erkrankung der Eltern.
- Auf Orte bezogen: für Stadtteile oder Quartiere, in denen sich Probleme wie Kriminalität oder soziale Spannungen häufen.
Gearbeitet wird mit Forumtheater. Die Gruppe spielt Situationen, in denen sich ein Streit hochschaukelt, und übt, diese Eskalationskette an verschiedenen Stellen zu unterbrechen. Dabei werden Schutzfaktoren gestärkt: soziale Kompetenzen und das Selbstwertgefühl. Die Teilnehmenden erweitern ihre Möglichkeiten, mit schwierigen Situationen umzugehen, damit sie nicht in gewaltvolle Muster rutschen. Außerdem schauen wir gemeinsam: Wer und was gibt Halt? Welche guten Einflüsse aus Familie, Schule oder Verein lassen sich nutzen?
ab 12 Jahren · ab 10 Personen · 3 × 3 Stunden

Kurs 3 · Nach Vorfällen
Dieser Kurs ist sehr intensiv. Er ist für Situationen, in denen schon etwas passiert ist: Mobbing, körperliche oder verbale Gewalt. Er hilft, wenn zwei Konfliktparteien ihren Streit beilegen wollen, oder wenn jemand einen Konflikt erlebt hat und ihn verarbeiten möchte.
Der Kurs hat zwei Teile:
- Mit jeder Seite einzeln. Ich arbeite zunächst getrennt mit jeder Konfliktpartei. Der Blick geht nach innen: Was ist passiert? Was habe ich gefühlt? Was brauche ich?
- Zusammen. Dann bringe ich beide Seiten zusammen, und wir bearbeiten den Konflikt gemeinsam.
Dafür nutze ich vor allem Techniken aus dem Regenbogen der Wünsche, zum Beispiel den Wechsel in die Rolle des Gegenübers. Weil dieser Kurs so persönlich ist, braucht er eine gute Vorbereitung und genaue Absprachen mit allen Beteiligten.
ab 12 Jahren · höchstens 2 Personen · 4 × 3 Stunden
Warum Theater?
Über Gewalt zu reden ist wichtig. Im Theater passiert noch etwas mehr: Die Teilnehmenden spüren im eigenen Körper, wie sich eine Situation zuspitzt, und erleben, dass sie etwas tun können. Diese Erfahrung bleibt, auch wenn der Kurs vorbei ist.
Du willst wissen, welcher Kurs zu deiner Gruppe passt? Schreib mir gerne.
Oder schau dir meine anderen Angebote an.