Playbacktheater: Geschichten teilen
Playbacktheater ist eine Form des Improvisationstheaters, in der echte Geschichten im Mittelpunkt stehen. Hier erfährst du, wo es herkommt, wie eine Aufführung abläuft und warum es Menschen so verbindet.
Woher kommt Playbacktheater?
Jonathan Fox und Jo Salas haben Playbacktheater 1975 in den USA gegründet. Heute wird es auf der ganzen Welt gespielt: auf Bühnen, in Schulen, in Kliniken, in Gemeinden. Die Grundidee ist überall gleich: Der Mensch mit seinen Erfahrungen ist es wert, gehört zu werden.
So läuft eine Aufführung ab

- Erzählen. Eine Person aus dem Publikum setzt sich auf den Erzählstuhl, neben die Spielleitung. Sie erzählt eine Erfahrung, groß oder klein, lustig oder traurig.
- Zuhören. Die Spielleitung fragt behutsam nach: Wer war dabei? Wie hat es sich angefühlt? Die Spielenden hören genau zu.
- Spielen. Dann spielen sie die Geschichte nach, ohne Absprache, ganz aus dem Moment heraus, oft mit Musik und Tüchern.
- Zurückgeben. Die erzählende Person sieht ihre eigene Geschichte auf der Bühne. Zum Schluss bekommt sie das letzte Wort.
„Danke, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast.“
Damit das gelingt, braucht es zwei Dinge: Wohlwollen und Respekt. Niemand wird bewertet. Jede Geschichte darf so sein, wie sie ist.
Wiedererkennen verbindet
Wer die eigene Geschichte auf der Bühne sieht, merkt: Die anderen haben mich verstanden. Sie haben nachgefühlt, was ich erlebt habe. Und oft erkennen sich auch andere im Publikum darin wieder. So kann aus einem Gefühl von Einsamkeit ein Gefühl von Zugehörigkeit werden. Das Teilen von Geschichten verankert den Einzelnen in der Gruppe und hilft, den eigenen Platz in der Welt zu finden.
Erzählen braucht Mut
Auch im sicheren Rahmen ist es nicht leicht, eine Geschichte zu erzählen. Es heißt, sich zu zeigen und gesehen zu werden. Wer diesen Mut aufbringt, erlebt oft etwas Befreiendes: Ich bin es wert, von mir zu erzählen. Deshalb geht im Kurs niemand schneller, als es sich gut anfühlt.
Eine Bühne für die, die sonst wenig gehört werden
Eine Besonderheit des Playbacktheaters: Es gibt gerade den Menschen eine Stimme, die in unserer Gesellschaft sonst kaum beachtet werden, zum Beispiel Menschen mit psychischen Erkrankungen, Menschen im Gefängnis oder im Altenheim, Menschen mit Behinderung oder mit Migrationsgeschichte. Wenn ihre Geschichten gehört werden, verändert das auch den Blick der anderen. So trägt Playbacktheater zur politischen Bildung bei.
Was die Gruppe im Kurs lernt
Im Kurs lernen die Teilnehmenden zuerst das Wichtigste: genau zuzuhören. Dann üben sie die kurzen Formen des Playbacktheaters, zum Beispiel ein Gefühl in wenigen Sekunden als lebendiges Bild zu zeigen, und schließlich ganze Geschichten. Am Ende gestalten sie eigene Aufführungen für ein Publikum.

Playbacktheater stiftet Gemeinschaft und bietet Raum für jede*n von uns.
Du möchtest Playbacktheater mit deiner Gruppe ausprobieren? Schreib mir gerne.
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